Forschung
Studien, Reviews, Rahmenwerke und seriöse Forschungsberichte lesen – inklusive Design, Grenzen und Gegenbefunden.
Denk- und Forschungsraum · Stand September 2026
Was müssen Menschen selbst wissen, können, erfahren und verantworten, wenn KI dauerhaft Teil ihrer Lern-, Arbeits- und Lebenswelt ist?
«Generation AI» ist kein neues Generationenetikett und keine Zukunftsprognose. Der Begriff öffnet ein Beobachtungsfeld: Was verändert sich, wenn plausible Antworten, Bilder und Lösungen jederzeit erzeugbar sind – und was muss Bildung deshalb bewusst stärken?
Vorläufige Begriffe, überprüfbare Hypothesen, sichtbare RevisionenMit KI aufwachsen und sie selbstverständlich nutzen.
KI verstehen, prüfen, steuern, begrenzen und verantworten.
Erster Denkbeitrag · 22. September 2026
Die «Zukunftslandschaft Schweiz» zeigt eine bemerkenswerte Spannung: Eine Zukunft mit weniger digitaler Dauerpräsenz findet breite Zustimmung. Selbst eine Zukunft, in der Menschen entscheiden und KI ausführt, wird dagegen abgelehnt. Was sagt das über Bildung, KI und menschliche Autonomie?
Weniger digitale Dauerpräsenz, KI und soziale Medien – mehr direkte Begegnung und analoge Praxis.
Menschen entscheiden, während KI Routinen übernimmt und Entscheidungen mit Analysen vorbereitet.
Meine Lesart: Menschen wollen technologische Unterstützung, aber keine schleichende Abgabe des eigenen Massstabs. Genau hier beginnt die Bildungsfrage von «Generation AI».
Beitrag lesenKI-Kompetenz steht nicht neben diesen Fähigkeiten. Sie liegt quer dazu: KI verstehen, auswählen, steuern und begrenzen verlangt einen eigenen Massstab – und reale Handlungsfähigkeit.
Keine dieser Aussagen ist ein fertiger Befund. Jede Hypothese benennt, was ich genauer lesen, beobachten und in der Bildungspraxis prüfen will. Öffne eine Karte für Aussage und möglichen Prüfweg.
Wenn plausible Antworten jederzeit verfügbar sind, wird das Prüfen von Wahrheit, Relevanz, Begründung und Perspektive wichtiger als die blosse Informationsbeschaffung.
Prüfen: Verifikationshandlungen in Aufgaben vor und nach dem KI-Einsatz vergleichen.
Je mehr Formulieren, Strukturieren und Problemlösen ausgelagert werden kann, desto wichtiger wird ein eigener fachlicher und sprachlicher Massstab.
Prüfen: Transfer ohne KI und Fehlererkennung in Abhängigkeit vom Vorwissen untersuchen.
Zu prüfen ist, wie Selbstregulation und Prompt-Routine jeweils Lerngewinn erklären und miteinander zusammenwirken. Eine generelle Rangfolge wird nicht vorausgesetzt.
Prüfen: Nutzungsprotokolle, lautes Denken und Interviews zu Einsatzentscheidungen auswerten.
KI nach eigener Auseinandersetzung kann Feedback und Perspektiven erweitern; KI vor der Auseinandersetzung kann genau die zu lernende Operation übernehmen.
Prüfen: Aufgabenvarianten mit unterschiedlicher Einsatzreihenfolge vergleichen.
Ein gutes Produkt zeigt immer weniger zuverlässig, welche Kompetenz eine Person selbst aufgebaut hat.
Prüfen: Produktqualität mit Begründungen, Prozessspuren und Transfer vergleichen.
Wenn Wissen und geistige Produkte leicht erzeugbar sind, gewinnen reale Aufgaben, Zusammenarbeit, körperliches Tun und verantwortete Entscheidungen an Bildungswert.
Prüfen: Praxisprojekte auf Handeln, Rückmeldung, Reflexion und Transfer untersuchen.
Die Rolle der Lehrperson verschiebt sich von der Bereitstellung von Stoff zur Gestaltung von Situationen, in denen Denken, Erproben und Verantwortung nicht vorschnell abgenommen werden.
Prüfen: Unterschiedliche Lernarchitekturen durch Unterrichtsbeobachtung und Fallvergleich untersuchen.
Expertise entsteht hier nicht durch Lautstärke, sondern durch ein transparentes Zusammenspiel verschiedener Materialströme. Befund, Deutung, Hypothese und persönliche Beobachtung bleiben unterscheidbar.
Studien, Reviews, Rahmenwerke und seriöse Forschungsberichte lesen – inklusive Design, Grenzen und Gegenbefunden.
Unterrichtsbeispiele und Lernarchitekturen mit Kontext, Mechanismus, Ergebnis und Grenze dokumentieren.
Perspektiven von Lernenden, Lehrpersonen, Forschenden und Führungspersonen gezielt einbeziehen.
Begriffe schärfen, Hypothesen prüfen, Gegenargumente suchen und Modellrevisionen sichtbar machen.
Lesen, Schreiben und Veröffentlichen laufen von Beginn an zusammen. Die Etappen zeigen eine Arbeitslogik – keinen starren Ablauf.
Leitfrage, Serienbeschreibung und erster quellenbasierter Denkbeitrag.
Ergebnis: ArbeitsbegriffeVerbundene Beiträge, erste Synthese und überarbeitete Begriffe.
Ergebnis: DenkserieThemenstränge vertiefen, Fachessay und erste Kapitelhypothese entwickeln.
Ergebnis: FachessayNutzen, vergleichbare Titel und Material für ein Probekapitel zusammenführen.
Ergebnis: ProbekapitelEin auffindbares Werk, ein Fachbuch und Wissen, das in Weiterbildung und Dialog wirkt.
Ergebnis: WirkungsfeldEine kuratierte Leseliste, kein abgeschlossenes Review. Vor der öffentlichen Verwendung werden Originaltext, Metadaten, Publikationsstatus und Geltungsbereich erneut geprüft.
Ein Wirkungsfeld von
Ich verbinde drei Übergänge aus eigener Berufserfahrung: Schule vor der breiten Digitalisierung, digitale Transformation und den Eintritt in eine KI-geprägte Lern- und Arbeitswelt. Hinzu kommen Unterrichtspraxis, Führung, Zusammenarbeit und die Kuratierung von Wissen.
Dieser Übergangsblick ist noch keine Expertise. Er wird es erst, wenn daraus belastbare Begriffe, überprüfbare Hypothesen, begrenzte Praxisbeobachtungen und nachvollziehbare Konsequenzen entstehen. Diese Seite macht diesen Weg sichtbar.
Anita Schuler · September 2026